Randvolle Erntekörbe sogar für Pilzfreunde Hochheim. (tlz) Orange, gelb und grün leuchtende Kürbisse, knackige Apfel und Birnen, prächtig blühende Dahlien, den Augen- und Ohrenschmaus von der Bühne und allerhand Köstlichkeiten für den Magen sowie Spiel und Spaß für die Kinder - das erwarteten die Besucher des Thüringer Herbstmarktes am Wochenende auf der ega nicht umsonst. Ein randvoll gefüllter Erntekorb an Unterhaltung und Angeboten stand an beiden Tagen bereit. Was den bunten Herbstmarkt diesmal aber noch bereicherte, war die 1. Thüringer Landespilzausstellung. Die Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie e.V. hatte alles aufgeboten, was Wald und Wiese an Pilzen so hergeben. Allein schon der Geruch in der ega-Halle 2 ließ bei Pilzfreunden die Herzen höher schlagen. Doch waren es längst nicht nur essbare Vertreter, die ansehnlich dekoriert und beschriftet zum Begutachten bereit lagen. Der erst 2001 gegründete Verein hat 80 Mitglieder und agiert thüringenweit. "Wir wollen den Menschen die Vielfalt der heimischen Pilzflora demonstrieren", sagt der Vorsitzende Dr. Gerald Hirsch. "Viele Leute wissen nicht, dass es hier mehr Pilzarten als höher entwickelte Pflanzen gibt. Es sind etwa 4000 Großpilze, höher entwickelte Pflanzen gibt es nur etwa die Hälfte". Auch über die ökologische Rolle der Pilze im Haushalt der Natur und über die Bedeutung der Speise- und Giftpilze konnten sich die Besucher aufklären lassen, die sich dicht an dicht an den Tischen mit den frischen Pilzen drängten. Pilzberatung und Pilzbestimmung gehörten zum Angebot, das zahlreiche Pilzberater der Arbeitsgemeinschaft Mykologie anboten. Der Verein will in der Öffentlichkeit auch auf einen Missstand aufmerksam machen: "Wir fordern eine landesweite Regelung für Pilzberatung", sagt Hirsch. Es könne nicht sein, dass die Beratung eine freiwillige Leistung und dementsprechend schlecht finanzierbar sei. Er wies auf hohe mögliche Folgekosten im Gesundheitswesen hin. Falls es zu einer landesweiten gesetzlichen Regelung kommt, hat der Verein schon konkrete Pläne, wie eine solche in die Tat umzusetzen wäre. 06.10.2002 Von Lydia Werner