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ANDREAS VESPER

Genus Pluteus  Fries (Dachpilze) 

 

Skript zum Vortrag über die Möglichkeiten und Grenzen bei vorwiegend makroskopischer Bestimmung von Dachpilzen

3. Exkursions- und Vortragstagung (ThAM) in Zadelsdorf (Thür.) vom 10. bis 12.09.2003

 

Dieser Vortrag ist als Hilfsmittel für die makroskopische Bestimmung von Dachpilzen gedacht, zeigt aber auch, dass ohne die Mikroskopie viele Arten nicht ausreichend sicher bestimmt werden können. Dies gilt besonders dann, wenn (wie so oft) nur wenig und untypisches (z. B. Albinos) Material zur Verfügung steht. Deshalb ist es für Nachuntersuchungen besonders wichtig, dass von den makroskopischen, meist vergänglichen Merkmalen Notizen angefertigt, und ein Exsikkat, d. h. ein gut getrockneter Beleg aufbewahrt wurde! (siehe Anlage zum Rundschreiben 2/2002)   

 

Gattungsdiagnose:

Hut konvex bis flachkonvex, nicht niedergedrückt oder trichterartig, meist zentral gestielt und Stiel leicht vom Hut zu trennen; Lamellen jung weiß, später rosa bis rötlich-bräunlich, frei, Schneide ± ganzrandig, gleichfarben, heller oder dunkler; Stiel ± zylindrisch, Basis gleichdick, angeschwollen bis knollig, aber nicht gerandet knollig, Ring und Volva fehlend; Spp. rosa- bis rostbraun; Sporen stumpf elliptisch bis rundlich, glatt; Cheilozystiden immer, Pleurozystiden oft vorhanden, teils auffällig dickwandig und apikal mit charakteristischen Haken (Sektion Pluteus); saprophytisch auf Holz, teils aber auch scheinbar terrestrisch (auf Erde wachsend) auf vergrabenen Holzresten, seltener von anderen Substraten lebend. 

 

Abgrenzung zu einigen ähnlichen Gattungen und Arten:

-          Entoloma (Rötlinge): Sehr artenreiche Gattung, aber nicht mit vollkommen freien Lamellen. Manchmal zwar auch tief ausgebuchtet, dann aber mit Zähnchen herablaufend. Mikroskopisch sind die eckigen Sporen ein einfach nachzuweisendes Gattungsmerkmal.

-          Volvariella (Scheidlinge): Volva (Scheide) vorhanden.

-          Rhodocybe (Tellerlinge oder Bitterlinge): Hut oft etwas genabelt oder niedergedrückt; Lamellen angeheftet bis herablaufend angewachsen; Sporen mit ± deutlichem Ornament, keine Hymenialzystiden.

-          Clitopilus (Mehlräslinge): Hut genabelt; Lamellen weit herablaufend; Sporen gestreift und ebenfalls ohne Hymenialzystiden.

-          Mycena galericulata (Rosablättriger Helmling): Alt mit schwach rosa, aber nicht freien Lamellen, mit ± glockigem Hut sowie zähem Stiel.

-          Megacollybia platyphylla (Breitblattrübling): extrem var., Lam. auch im Alter weißlich u. nie ganz frei, aber doch oft einem Dachpilz täuschend ähnlich.

-          Bolbitius reticulatus / pluteoides (Netzadriger Mistpilz): Lamellen nicht rötlich, eher gelblich; Sporen alt dunkelbraun bis schwarz.

 

Wichtigstes Merkmal: Huthaut!

Für eine einigermaßen sichere Bestimmung von Dachpilzen, ist es unerlässlich, die Struktur der Huthaut mikroskopisch zu untersuchen. Mit etwas Erfahrung, mit starker Lupe und unter guten Lichtverhältnissen ist an Hand des makroskopischen Erscheinungsbildes zwar auf den Aufbau der Huthaut zu schließen, die Möglichkeit einer Fehldiagnose bleibt aber sehr hoch.

 

Die Sektionen und Subsektionen:

Sektion Pluteus

Hutdeckschicht, dachfolgend HDS genannt, aus ± liegenden Hyphen, makroskopisch Hut d.h. glatt, ± eingewachsen faserig, in Hutmitte auch flockig bis schuppig möglich. (nicht deutlich samtig, körnig, reifartig, runzelig-aderig). Relativ große fleischige Arten. Mikroskopisch gut an den apikal hakigen Pleurozystiden zu erkennen, aber einige Arten schwer eindeutig zuordenbar.

Sektion Villosi

HDS wie bei Pluteus, Pleurozystiden dünnwandig und apikal nicht hakenförmig

Sektion Celluloderma (wird in 3 Subsektionen unterteilt)

Subsektion Hispidodermini

HDS-Hyphen zyl. bis spindelig ± aufgerichtet, Erscheinungsbild: Hutmitte etwas runzelig oder adrig, darüber samtig, körnig-schuppig

Subsektion Mixtini

Huthaut aus kugeligen bis lang gestreckt keulig-spindeligen Elementen. Makroskopisch ähnl. Subsektion Eucellulodermini

Subsektion Eucellulodermini

HDS aus ± aufrechtstehenden stumpf keuligen oder kugeligen, zellartigen Hyphen. Hut samtig, runzelig bis adrig. Nicht so körnig wirkend wie in der Subsektion Hispidodermini.

 

Hinweis zu den Tabellen: Entsprechend der jeweils vorangestellten Kurzdiagnose die zutreffende(n) Tabelle(n) auswählen. Dann entsprechend dem Kurzkennzeichen (erste Tabellenzeile) eine Einordnung versuchen. Ich möchte noch einmal betonen, dass in derart kurzer Form nur einige signifikante Merkmale berücksichtigt werden konnten. Weiterführende und gut beschaffbare Literatur: Breitenbach J. & F. Kränzlin: Pilze der Schweiz Bd.4 (1995) (nachfolgend B&K genannt); Gröger, F.: Mykologisches Mitteilungsblatt Heft 3 (1961); Krieglsteiner G. J.: Die Großpilze Baden-Württembergs Bd. 4 (2003) (nachfolgend BW genannt); Vellinga E. C.: FLORA AGARICINA NEERLANDICA (1990) (in Englisch!);

 

 

Arten der Sektion Pluteus

Hut glatt, ± eingewachsen faserig, in Hutmitte auch flockig bis schuppig möglich. (nicht deutlich samtig, körnig, bereift oder runzelig-aderig). Relativ große fleischige Arten. Mikroskopisch gut an den apikal hakigen Pleurozystiden zu erkennen. Auf morschem Holz, selten scheinbar terrestrisch.:

Kurzkennzeichen:

Hut ± braun / oft mit Rettichgeruch

Hut und Stiel reinweiß

Hut weiß, grau, ocker, ± schuppig

Hut grau, Stiel weiß, teils mit bläul.-grünl. Tönen

Auf Nadelholz, Hut braun, Lamellenschneide dunkel

Artname

Gruppe um cervinus  

pellitus

Gruppe um petasatus (1)  (2)  (3)

salicinus  

atromarginatus

Deutscher Name

Rehbrauner

Weißer

Seidiger

Grauer

Schwarzschneidiger

Name bei Moser

atricapillus, curtisii

 

 

 

 

Hut

verschiedene Braunöne, selten weiß, Mitte oft etwas flockig

reinweiß, Mitte auch cremegelblich, ohne Schuppen

weißlich, creme, bräunlich, Mitte dunkler, kaum bis stark schuppig

hellgrau, hell graubräunl., Mitte dunkler, oft mit grünl. Stich

dunkel grau- bis schwarzbraun, Mitte schwarz flockig

Lam.schneide

weiß, teils etwas fransig

Gleichfarbig

weißlich, eben

weiß, flockig

dunkelbraun

Stiel

auf schmutzig weißl. Grund ±  braun eingewachsen faserig

weiß

weiß, weißlich, Basis braun

weiß überfasert, unten graulich, oft mit bläulichem Schimmer

ähnlich cervinus

Fleisch

weiß

weiß bis rosalich

weißlich

weiß, im Stiel auch bläulich

weiß, unter der Hh. braun

Geruch

rettichartig (andersartiger Geruch  ist Indiz für Unterarten)

unbedeutend

unbedeutend bis schwach rettichartig

etwas stechend, ähnl. Scleroderma, teils auch mit Rettichkomp.

unbedeutend

Substrat

Laub- und Nadelholz

Laubholz (nur ?)

Laubholz

Laubholz, (Salix&Alnus)

Nadelholz, vorw. Picea

Habitat

fast überall anzutreffen

Ungenügend bekannt

Laubwälder

feuchte Schluchten u. Auen 

fast überall anzutreffen

Vorkommen

gemein

verbreitet aber selten

gilt als selten, b. Gera relativ häufig

verbreitet, relativ häufig

verbreitet, relativ häufig

Bemerkungen zu den Gruppen:

Cervinus: inkl. P. brunneoradiatus, P. pouzarianus, P. primus: Abb. und Diskussion siehe B&K Bd. IV.

Petasatus: Inkl. P. pseudorobertii mit schwachen makroskopischen und mikroskopischen Differenzen (Schnallen), eher kleinere Art, Hut etwas dunkler schuppig und teils -wie im Bild erkennbar- dunklere Lamellenschneide im Hutrandbereich.

 

Arten der Sektion Villosi und 2 Arten (P. exiguus und pussillulus) der Sektion Celluloderma / Subsektion Hispidodermini

Mit Ausnahme von P. ephebeus sehr kleine Arten. Trotz in verschiedener Sektionen eingeordnet, ist P. hispidulus var. cephalozystis nicht sicher von exiguus und  pusillulus zu trennen und passt auch makroskopisch besser zur Sektion Villosi! Hut ± eingewachsen faserig, vor allem in Hutmitte teils auch flockig bis schuppig. Nicht deutlich samtig, körnig, reifartig oder runzelig-aderig. Apikal keine hakenförmigen Pleurozystiden. Auf Holz, teils aber auch scheinbar terrestrisch:

Kurzkennzeichen

ähnl. Tricholoma terreum

Hut zweifarbig, behaart

Artengruppe mit kleinen Frk.  u. schuppig-faserigem Hut (nicht immer abgrenzbar?)

Artname

ephebeus  Abb. in BW

hispidulus   Abb. in BW

hispidulus v. cephalocystis  

exiguus

pusillulus

Deutscher Name

Graufilziger

Haariger

Haariger

Feinschuppiger

Kleinster

Name bei Moser

villosus, murinus, lepiotoides, pearsonii

 

 

 

 

Hut

sehr variabel! grau bis braun, Rand heller, radial filzig-faserig, Mitte filzig bis schuppig

haarig, Haare am Rand überstehend, grauweißl., zur Mitte zu faserschup-pig u. deutl. dunkler (zweifarbig)

Mitte reifartig, sonst  eingewachsen radialfaserig, Rand ± faserschuppig; graubräunl., Fasern schwach silbrig

blass ockerlich b. graubraun, Schei-be dunkler, fein flockig-schuppig, weiße Huttrama durchscheinend

braun, ohne Grau- oder Rottöne, striegelig, wollig-faserig

 

Lamellenschneide

weißlich, schwach gezähnelt

weißlich, zart bewimpert

weißlich, eben

weiß, zart bewimpert

teils braun gepunktet

Stiel

weißl., glatt, Basis ± grau-braun, faserig bis schwach schuppig

silbrig-weiß längs überfasert, Basis weiß, fast etwas haarig

silbrig-weiß eingewachsen längs überfasert, Basis dunkler

silbrig- bis schmutzig weiß, längs überfasert, Faserung an Basis gröber

oben spärlich, und deutlich weißlich längs überfasert

Geruch

unbedeutend

unbedeutend

unbedeutend

ähnl. P. salicinus

unbedeutend

Mikromerkmale

Pleurozystiden vorhanden

Pl.Z. selten bis fehlend

Pl.Z. selten bis fehlend

Zyst. apikal oft geschnäbelt

Sporen fast kugelig

Habitat

feuchte Lagen

feuchte Lagen, ± über Kalk

feuchte Lagen, ± über Kalk

bodenfeuchte Laubwälder

feuchte Lagen

Vorkommen

nicht häufig

nicht häufig

selten

selten

selten

Bemerkung: Ohne Mikroskopie meist nicht zu bestimmen!

 

Arten der Sektion Celluloderma / Subsektion Hispidodermini

Mittelgroße bis fast große Arten. Abgesehen vom sehr variablen Samtfüßigen Dachpilz oft makroskopisch sicher anzusprechen. Hutmitte manchmal etwas runzelig oder adrig, darüber aber immer samtig, körnig-schuppig:

Kurzkennzeichen

Hut braun und ± flockig-bereifter Stiel, sehr variable Art!

Stielbasis mit rosa Tönen

komplett braunflockig

Hut gelb

Artname

plautus

roseipes  

umbrosus 

leoninus

Deutscher Name

Samtfüßiger

Rosastieliger

Schwarzflockiger

Löwengelber

Name bei Moser

punctipes, semibulbosus, granulatus, depauperatus, hiatulus

 

 

luteomarginatus, sororiatus

Hut

von weiß über blass ocker, rosa, dunkel rotbraun bis schwarzbraun, sowie radialfaserig, filzig bis aufgerichtet feinschuppig ist alles vertreten, Mitte oft etwas runzelig, meist stark hygrophan

auf rotbraunem Grund weißlich bereift, Mitte dunkel- bis schwarzbraun, matt bis samtig, außen teils etwas eingerissen

auf blassem, hellbraunem Grund dunkelbraun flockig faserschuppig, Mitte dunkel- bis schwarzbraun mit abstehenden Schüppchen

goldgelb mit kaum dunklerer braungelber Mitte, trocken hell bräunlich gelb,glatt, matt, feinfilzig-körnig, Mitte auch etwas schuppig.

Lamellenschneide

weißlich, glatt

gleich, eben

deutlich braun, flockig

weiß, bewimpert

Stiel

weiß, holzfarben, blassrosa bis schwarzbraun, längsfaserig, gestreift, im unteren Bereich durch feine abstehende Härchen ± schwach bereift bis flockig wirkend

oft stämmig, weißlich, Basis teils blass rosa, weiß überfasert, an der Basis vor allem im Alter gelblich

auf creme bis blass braunem Grund dunkelbraun faser-schuppig, Schuppen zur Spitze zu heller

jung fast weiß, später mehr gelb, teils mit oliver Note, glatt, im unteren Bereich weißlich überfasert

Fleisch

weiß

weißlich

weiß, manchmal bräunlich

weiß, gelblich, schwach rosa

Geruch

schwach, manchmal krautartig

unbedeutend

unbedeutend

oft leicht rettichartig

Mikromerkmale

Sp. fast rund, Qm bis 1,2; Pl.Zyst. schlank spindelig

Pl.Zyst. mit Auswüchsen

 

Pl.Zyst. mit Auswüchsen

Substrat

auf morschem Laub und Nadelholz, teils auch auf  vergrabenen Holzresten

auf totem, über- und unterirdisch liegendem Nadel- und Laubholz

Auf totem, liegendem Laubholz

auf morschen Laub-, seltener auf Nadelholz, scheinbar auch terrestrisch

Habitat

feuchte Lagen, ± über Kalk

über neutralen bis basischen Böden

montane Lagen meidend

an feuchten bis trockenen Standorten

Vorkommen

zerstreut

zerstreut, in Norden selten

selten, diese Jahr aber häufig

nicht häufig

Pl. roseipes ist vor allem im Stiel oft sehr fleischig, kann aber auch recht dünnfleischig ausfallen. Die rosa Stielbasis ist nicht immer deutlich!

Pl. leoninus könnte in mehrere Varietäten (Arten ?) unterteilt werden. Charakteristisch für diese Gruppe sind aber immer die deutlichen gelben Hutfarben.

Pl. plautus ist nur unter Einbeziehung der Mikromerkmale bestimmbar!

 
Arten der Sektion Celluloderma / Subsektion Eucellulodermini

Hut runzelig bis adrig. Teils auch samtig, aber nicht so körnig wirkend wie in der Subsektion Hispidodermini. Braunhütige, sowie weiß- bis graustielige, makroskopisch (oft auch mikroskopisch) kaum differenzierbare Arten. Auf morschen Laubholz, scheinbar aber auch terrestrisch:

Kurzkennzeichen

graue bis olive Farbtöne

braunhütig

Artname

cinereofuscus

 insidiosus   Abb. in B&K

phebophorus

nanus

nanus f. griseopus   Abb. in B&K

Deutscher Name

Graubrauner

Verwechselbarer

Düsterer

Flockigbereifter

Graustieliger

Name bei Moser

godeyi, olivaceus

 

 

 

griseopus

Hut

graubraun bis olivbraun, matt

ocker bis graubraun, Mitte dunkler, matt

(dunkel-) braun, Mitte dunkler, trocken ockerbraun, oft deutlich runzelig-aderig, Rand scharf und  abgebogen, nur schwach hygrophan

matt-samtig, meist nur schwach aderig, grau, ocker, grau-, dunkel- bis rotbraun, beim Reiben dunkler werdend (immer?)

wie nanus

Lamellenschneide

weißflockig

glatt bis weißflockig

weißlich bis bräunlich, fein flockig

weißlich, flockig

wie nanus

Stiel

weiß bis hellgrau, fein weiß überfasert

weiß bis hellgrau, schwach weißlich überfasert

weiß, gräulich bis schmutzig gelbbräunlich, Basis weiß filzig

weißlich, von unten her dunkler werdend, kompl. weißl. überfasert

über grauem Grund weißlich flockig

Mikromerkmale

Pl.Z. apikal breiter als phlebophorus

geschnäbelte Zystiden

HDS in Draufsicht dicht

HDS in Draufsicht locker

Kaulozystiden reichlich

Habitat

neutrale bis basische Böden

 

nicht zu saure Böden

Über reichen, nicht zu sauren Böden

wie nanus

Vorkommen

ziemlich selten

selten

häufig (Unterarten seltener)

nicht selten

wie nanus

Kollektionen der engeren Phlebophorus-Gruppe inkl. Pl. nanus gelingen mir nicht immer eindeutig einer Art zuzuordnen!  

P. phlebophorus in Tabelle inkl. luctuosus (mit mehr brauner Lamellenschneide) und P. pallescens (deutlich hygrophan und weniger kräftig runzelig-aderig).

Durch auffällige Farben auf Hut und (oder) Stiel meist schon im Feld ansprechbar:

 

Kurzkennzeichen

gelbliche bis gelbe Farben

leuchtend gelb-orange

grünlich-bläuliche Farben

weiße (weißliche) Farben

Artname

chrysophaeus

romelii

aurantiorugosus     Abb. in BW

cyanopus

inquilinus   Abb. in BW

Deutscher Name

Goldbrauner

Gelbstieliger

Orangeroter

Blaufüßiger

Weißsamtiger

Name bei Moser

luteovirens, galeroides

splendidus

 

 

alborugosus

Frk.

 

 

oft büschelig

kleine Art

kleine Art

Hut

braun mit gelben Rand, trocken  mehr gelb, meist stark runzelig

dunkel- bis gelbbraun, matt, Mitte aderig-runzelig

orangerot, älter gelb

dunkel umbrabraun, teils mit bläulichem Stich

weiß bis blass graubräunlich, Mitte auch gelblich

Lamellenschneide

weißl. bis gelblich, glatt

flockig

weißlich, flockig

weißlich teils mit bläulichem Stich

weißlich, glatt bis flockig

Stiel

weißl., Basis auch mit gelblichen Tönen, eingewachsen längsfaserig

deutlich gelb, etwas glänzend, eingewachsen längsfaserig

faserig, weißlich bis gelblich, darüber ± bis orange flockig

grauweißlich, Basis graugrünlich bis –bläulich (auch noch im Exsikkat!)

weiß glänzend, Spitze flaumig

Fleisch

weiß, im Stiel auch gelblich

schmutzig gelblich

weiß, im Stiel gelblich

im Stiel grünlich-bläulich

weiß, brüchig

Substrat

Auf totem Laubholz (meist Buche) 

Auf totem Laubholz

auf morschem Laubholz

auf totem Laubholz und terrestrisch

auf Laubholz

Habitat

über reichen, neutralen bis basischen Böden

keine besonderen Ansprüche

feuchte Stellen

wärmeliebende Art, 1x in Zadelsdorf (leg. T. Böhning)

über neutralen bis basischen Böden

Vorkommen

zerstreut

häufig

selten

sehr selten

selten

P. inquilinus in Tabelle inkl. semibulbosus ss. LANGE, ORTON. Der mit deutschem Name Knollige Dachpilz ist in seiner Einordnung nicht ganz klar, vermutlich aber zur Subsektion Hispidodermini gehörend (?). Die Typuskollektion wurde nicht auf Holz, sondern auf Sauergräsern in sumpfiger Lage gefunden.  

 

Noch 2 Arten der Subsektion Eucellulodermini (Pl. diettrichii und poliocnemis) und 2 Arten der Subsektion Mixtini (Pl. thomsonii und podospileus)

Letztere unterscheidet sich durch eine Huthaut aus kugeligen bis langestreckt keulig-spindeligen Elementen. Makroskopisch entstehen dadurch leider keine deutlichen Unterschiede. Trotzdem sind diese Arten durch andere, ± weniger gut kenntliche Merkmale oft bestimmbar. Auf das Mikroskopieren kann aber hier nicht verzichtet werden. Vorkommen in feuchten Lagen, auf morschem, über- und unterirdischem Laubholz:

Kurzkennzeichen

Hutrand ± aufreißend, Sporen relativ schlank und lang (Qm > 1,4)

Hut stark aderig, Stiel grau

Hut bereift, Stiel ± schuppig

Artname

diettrichii

poliocnemis

thomsonii

podospileus 

forma minutissimus

Deutscher Name

Rissiger

Flockenstieliger

Graustieliger

Samtiger

Samtiger

Name bei Moser

rimulosus

 

 

 

 

Frk.

relativ klein

relativ groß

oft klein

oft klein

wie podospileus

Hut

braun, Rand schon jung radialrissig bis feldrig aufreißend und dann die weißl. Huttrama sichtbar

Rand weniger rissig, braun bis dunkelbraun,

Mitte fast schwarzbraun, Rand etwas ausgefranst, trocken blass, matt, kräftig radial runzelig-aderig

± dunkelbraun, Rand  heller, samtig- körnig punktiert, kaum runzelig, durch winzige Härchen bereift

wie podospileus

Lamellenschneide

grob bewimpert

weißlich, fein bewimpert

weißlich, glatt bis flockig

bis schwach bräunlich, ± bewimpert

wie podospileus

Stiel

fast weiß, unten umbrabräunlich, Basis weiß filzig, nicht flockig

weißlich, jung etwas bereift,  Basis bräunlich flockig- schuppig

Basis oft dunkelgrau, sonst grau mit weißlich bereifter Stielspitze

weiß, unten graubräunl., mit bräunl. faserigen winzigen Schüppchen

Schüppchen fehlend oder nur an der Stielbasis auffindbar

Mikromerkmale

relativ schlanke, große Sp., ohne Pl.Zyst.

relativ schlanke, große Sp., Stiel jung mit Kaulozystiden

Sp.rundlich, Cheilos mit ± ausge-zogener Spitze, jung mit Kaulozyst.

Sp. wie vorher, Cheilozystiden breit keulig, subfusi- bis subutriform

wie podospileus

Vorkommen

selten

sehr selten

verbreitet, aber nicht häufig

nicht häufig

häufiger als die Normalform

 

 

 

 

 

 

Literaturverzeichnis:

 

Arnolds, E., T.W. Kuyper & M.E. Noordeloos (Hrsg.) (1995): Overzicht van de paddestoelen in Nederland. Beilen.

Breitenbach J. & F. Kränzlin (1995): Pilze der Schweiz, Band 4: Blätterpilze 2. Teil. Luzern.

Bollmann, A., A. Gminder & P. Reil (2002): Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. Jahrbuch der Schwarzwälder Pilzlehrschau, Vol. 2. Hornberg.

Dähncke R. M. (1993): 1200 Pilze. Aarau-Stuttgart.

Gröger, F. (1961): Die Dachpilze.- Mykol. Mitt.bl. 5(3), 49-71.

Gröger, F. (1995): Einige Daten zu Pluteus pusillulus Romagn. Boletus 19(3): 83-87.

Kreisel, H. (Hrsg.) (1987): Pilzflora der Deutschen Demokratischen Republik. Jena.

Krieglsteiner, G.J. (1991): Verbreitungsatlas der Großpilze Deutschlands (West), Band 1: Ständerpilze, Teil B: Blätterpilze. Stuttgart.   

Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.) (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4: Ständerpilze: Blätterpilze II. Stuttgart.   

Krieglsteiner, L. (1999): Pilze im Naturraum Mainfränkischen Platten und ihre Einbindung in die Vegetation. Regensburger Mykologische Schriften 9(1-2): 1-905.   

Meusers, S. & M. Meusers (1984): Die Gattung Pluteus: Literaturanalyse. Manuskript.

Michael, E., B. Hennig & H. Kreisel (1981): Handbuch für Pilzfreunde Band IV -Blätterpilze-Dunkelblättler. Jena.

Moser, M. (1983): Die Röhrlinge und Blätterpilze (Agaricales).- Kleine Krypt.flora II/b2, Basidiomyceten, II. Teil. Stuttgart.

Moser, M. & W. Jülich (1985 ff.): Farbatlas der Basidiomyceten. Stuttgart.

Orton, P. D. (1986): Pluteaceae: Pluteus & Volvariella. British Fungus Flora – Agarics and Boleti. Royal Botanic Garden, Edienburgh. 

Vellinga, E. C. (1990): Pluteaceae Kotl. & P. Flora Agaricina Neerlandica, Vol. 2. Balkema, Rotterdam.

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Zschieschang, G.: Dachpilze. Manuskript.