bookmark_border07. und 14.03.2026 ThAM-Exkursion zu den Österreichischen Kelchbecherlingen bei Saalfeld

Organisation, Führung, Bericht, Fundliste: Stefan Born
Fotos: Stefan Born, Frank Langguth, Andreas Vesper, Dirk Wieschollek, Jochen Girwert
MTB: 5334,423 und 5334,142

Unsere diesjährige Frühjahrsexkursion sollte uns zu den Österreichischen Kelchbecherlingen bei Saalfeld führen.
Aufgrund der warmen, trockenen Witterung hatte ich Bedenken, die Pilze könnten verderben oder von Schnecken gefressen werden. Deshalb wurde der Termin vom 14.03. auf den 07.03. vorverlegt. Da an diesem Tag nicht alle Interessenten dabei sein konnten, traf ich mich eine Woche später mit den übrigen Teilnehmern, wieder am Parkplatz Grubensteig am Besucherbergwerk Kamsdorf.

07.03.2026 20 Teilnehmer
14.03.2026 5 Teilnehmer

Zuerst besuchten wir das Becherlingsvorkommen im schönen Wutschenbachtal zwischen Kamsdorf und Goßwitz. Gleich neben dem Bach erscheinen jedes Frühjahr auf feuchten Erlenzweigen jede Menge leuchtend rote Fruchtkörper. Hocherfreut machten die Pilzfreunde viele Aufnahmen von den über dreißig Exemplaren.

Österreichischer Kelchbecherling – Sarcoscypha austriaca

Eine Augenweide!

Die zweite Fundstelle befindet sich am Waldrand der Uhlstädter Heide bei Gorndorf. Nach kurzem Fußmarsch in den Wald erreichten wir im Eichental die Objekte der Begierde. Am 14.03. zählten wir 58 Becherchen auf Totholz Weide (Salix sp.)

Hier habe ich das Wachstum eines Fruchtkörpers innerhalb von drei Wochen von ca. 2 x 4 cm auf ca. 6 cm Durchmesser dokumentiert.

24.02.2026
07.03.2026
14.03.2026

In Deutschland gibt es drei Arten dieser roten Kelchbecherlinge.
Sarcoscypha austriaca erkennt man an den stark gebogenen Basishaaren und den Sporen.

Viele Teilnehmer äußerten sich positiv zu dieser Exkursion!

Besonderen Dank an Dirk Wieschollek und Andreas Vesper für die Fundnachbestimmungen. Hervorzuheben ist der Fund des Leuchtenden Rosarindenpilzes – Erythricium laetum, laut Pilze Deutschlands der fünfte Nachweis für Thüringen.

Rosarindenpilzes – Erythricium laetum
Rosarindenpilzes – Erythricium laetum

bookmark_border06.12.2025 ThAM-Exkursion zum Ettersberg bei Weimar, Schlosspark Ettersburg und Klosterholz

Exkursionsbericht 6. Dezember 2025
Bericht: Jochen Girwert

MTB: 4933,41

Schloss Ettersburg
Schloss Ettersburg
Informationsstelle

Am 6. Dezember fand die letzte ThAM-Exkursion des Jahres bei Schloss und Park Ettersburg statt. Dieses Schloss gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“. Es handelt sich um einen besonderen Ort, an dem man sich den großen Geistern der Weimarer Klassik verbunden fühlen kann und an dem auch heute noch kulturelles Leben stattfindet.

Es macht sich gut, wenn unsere Exkursionen an besonderen attraktiven Orten stattfinden, aber natürlich stehen für uns die Pilze im Mittelpunkt des Interesses.

Impression aus dem Schlosspark
Eine lebende, aber völlig hohle Eiche
Das Exkursionsgebiet schließt Laubwald mit Kleingewässern mit ein

Aus dem Park und dem umgebenden Wald sind Arten wie Anhängselröhrling, Ockersporiger Speisetäubling, Milder Kammtäubling und Rauchgraue Keule bekannt. Die Kenntnis der vorkommenden Arten ist allerdings lange nicht vollständig.

Mit guter erwartungsfroher Stimmung fanden sich ca. 20 Teilnehmer ein

Gleich am Eingang zum Schlosspark fand sich der attraktive Kupferrote Lackporling an lebender Buche. Wiesenpilze im relativ mageren Parkrasen fanden sich leider nicht mehr.

Ganoderma pfeifferi – Kupferroter Lackporling – wurde schon 2003 von Siegmar Biskup in Ettersburg festgestellt

Die Speisepilzesammler mussten sich mit wenigen Fruchtkörpern begnügen. Besondere Beachtung fanden Exemplare des Grauen Leistlings – Cantharellus cinereus, der auf den ersten Blick frappierend der Totentrompete ähnelt. Das düstere Aussehen täuscht – die Fruchtkörper duften wunderbar aromatisch.

Grauer Leistling – Cantharellus cinereus

Unsere Exkursion im Dezember war erneut sehr interessant. Man muss sich allerdings auch auf kleine und unauffällige Arten einlassen, die dann bei näherer Betrachtung doch ausgesprochen reizvoll sind. Es folgen einige Beispiele:

Diatrype flavovirens – Gelbgrüner Krustenkugelpilz
Camarosporidiella elongata – Mauersporiger Robinienkernpilz
Bisporella subpallida – Blassgelbes Reißigbecherchen
Neodascypha cerina – Wachsgelbes Haarbecherchen

Ombrophila violacea – Violetter Gallertkreisling

Hemitrichia clavata – Gelbes Keulchen
Perichaena depressa – Mosaik-Schleimpilz  
Physarum nutans – Baumwoll-Stielkügelchen

Zur von Stefan Born durchgeführten Fundbesprechung wurde es sonnig und angenehm.

Bei der Fundbesprechung

Fotos:

D. Wieschollek: 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16
F. Langguth: 1, 2, 5, 8, 17
J. Girwert: 3, 4, 6, 7

bookmark_border08.11.2025 ThAM-Exkursion Mittelthüringen bei Meckfeld / Stiefelburg

Exkursionsbericht ThAM am 08.11.2025
Organisation und Führung: Lech Aleksandrowicz
Bericht: Rico Zimmermann
Bilder: Christine Morgner (1;6) & Frank Langguth (2;3;4;5)

Die November-Exkursion unseres Vereins führte uns diesmal zur Stiefelburg bei Erfurt. Unser Pilzfreund Lech organisierte eine kompakte Tour um den beliebten Ausflugspunkt herum inmitten eines Kalk-Buchenwaldes mit eingestreuten Nadelbäumen (vor allem Kiefern, aber auch Fichten und Lärchen). Bei der Begrüßung erfuhren wir, dass die Bezeichnung „Stiefelburg“ eigentlich auf dem in den 30er Jahren in alten Flurkarten zufällig wiederentdeckten Namen des Bergsporns „Stiefelberg“ zurückgeht und aus Marketinggründen dann zur Stiefelburg wurde.

Die 15 Teilnehmer kamen vornehmlich aus dem Erfurter Umland, die weiteste Anreise hatten wieder einmal unsere Pilzfreunde aus dem Vogtland. Besonders gefreut haben wir uns über die drei Teilnehmer des Giftinformationszentrums (GIZ) Thüringen. Der interessante Austausch zu Beginn der Exkursion über das Thema Pilzvergiftungen war hoch interessant und verdeutlicht die Bedeutung der Zusammenarbeit von Pilzsachverständigen und Ärzten/Apothekern des GIZ für die Bevölkerung.

In dem sehr kleinen Waldstück konnten wir eine große Artenvielfalt entdecken. Röhrlinge waren jedoch wie oft in diesem Jahr Mangelware. Der Speisepilzsammler wäre aber stattdessen mit Reizkern und Trompetenpfifferlingen locker auf seine Kosten gekommen. Das größte Pilzvorkommen gab es an Stellen, an denen eingestreute Nadelbäume zu finden waren. Im reinen Buchenwaldhabitat war zumeist die Laubstreu schon so hoch, dass es nur noch Nebelkappen aufgrund ihrer Größe aus dem Laub schafften und weiße Schnecklinge leuchtend auf sich aufmerksam machen konnten.

Trotz dieser im Herbst üblichen „Widrigkeiten“ konnten wir gemeinsam eine umfangreiche Artensammlung zusammenstellen, woraus ca. 100 Arten bzw. Artengruppen bestimmt werden konnten. Zahlenmäßig überwogen die Gattungen Täublinge, Milchlinge, Ritterlinge und Schnecklinge.

Wir waren im Messtischblatt 5033,334 unterwegs, wobei uns der Rückweg durch das angrenzende Messtischblatt 5133,112 führte. Auf diesem Rückweg begannen bereits die ersten Gespräche zur Bestimmung der zahlreich gesammelten Pilze – und auch der persönliche Austausch der Teilnehmer kam nicht zu kurz.

Unverhofft zeigten sich aber plötzlich am Wegesrand zwei Raritäten: zum einen der Schwarze Korkstacheling (Phellodon niger) und zum anderen der Orangegelbe Korkstacheling (Hydnellum aurantiacum). Beide Funde wurden durch weitergehende Untersuchungen bestimmt.

Ein weiterer nennenswerter Fund war ein Gallertbecher, wobei zunächst der Fleischrote (sarcoides) vermutet wurde, jedoch durch mikroskopische Nachuntersuchung der Großsporige Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium) bestimmt werden konnte.

Die abschließende Fundbesprechung fand auf dem sehr schön gepflegten, parkähnlichen Außenbereich der Stiefelburg statt und wurde mit großem Interesse verfolgt. Lediglich leicht aufkommender Regen motivierte uns schließlich zum Gehen.

bookmark_border28.10.2025 ThAM-Exkursion Thüringer Wald bei Zella-Mehlis

28. Oktober 2025

Exkursionsbericht
ThAM am 28. Oktober 2025
Organisation und Führung durch Lothar Schreier
Schwarzenberg und Ruppertstal bei Zella-Mehlis

Kunstwerk im Aufenthaltsraum mit dem Gründungsjahr des Bildungscamps im Zentrum

Ausgangspunkt für die Exkursion war das Bildungscamp Christes e.V. Der Verein wurde 1997
gegründet und hat sich der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderer Begabung
verschrieben.
Nähere Informationen zum Verein finden sich unter https://www.bildungscamp.de/.
Wir durften in den Räumen des Vereins unsere Funde auslegen und wir wurden sehr gut versorgt.
Vielen herzlichen Dank!
In einer Regenpause machten wir uns auf den Rundweg, der uns von 570 auf 670 m. ü. NN führen
sollte.

Die Strecke führte uns im Wechsel durch Nadelholzforst, Laub- und Mischwald und über Wiesen. Auf den Rinderweiden gibt es möglicherweise viele Saftlingsarten. Die gefundenen Saftlinge waren zertreten.

Hier eine Gruppe Beringter Erdritterlinge.

Das Arteninventar bestand überwiegend aus gut bekannten und verbreiteten Arten. Obwohl offenbar weit verbreitet, war uns der Gegabelte Hörnling unbekannt.
 

Wegen abweichender Farbe sorgte auch der Orange Seitling für Nachdenken.

Leichter Regen war ein Begleiter der Exkursion.

Es kamen für die Fundbesprechung doch viele Arten zusammen.

Gemütlicher Ausklang im Aufenthaltsraum des Bildungscamps

bookmark_borderThAM-Landespilzausstellung Ilmenau 10. – 12.10.2025

Nach 2023 fand die Landespilzausstellung der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie e.V. erneut im Parkcafe der Ilmenauer Festhalle statt. Der in Thüringen zentral gelegene Veranstaltungsort hat seine Vorzüge, nicht nur durch die günstige Lage und ausreichend vorhandene Parkplätze. Der Ausstellungsraum bietet Platz für sieben Tischreihen, er erhält viel Tageslicht und die Temperatur kann heruntergeregelt werden. Großzügige Nebenräume bieten die Möglichkeit, die gesammelten Pilze vor der eigentlichen Bestimmung und Auslage vorzusortieren; wer das unter beengten Verhältnissen schon einmal erledigen musste, weiß das zu schätzen. Ferner wird unsere Ausstellung auch freundlich und entgegenkommend durch das Team der Festhalle begleitet. Die Ausgangsbedingungen am Veranstaltungsort waren also günstig.

Keine schöne Pilzausstellung ohne genügend Pilze in guten Kollektionen. Diese wurden von ca. 30 Sammlern und Ausstellungsbetreuern beigebracht. Die Ausstellung beschränkte sich aber nicht auf das Präsentieren von Pilzen; es gab noch mehrere Thementische bis hin zum Kinderquiz und eine Kaffee-/Kuchen-Versorgung. Einen herzlichen Dank allen, die beim Sammeln, Betreuen und Versorgen zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen!

830 Besuchern (plus 70 Kindern) konnten 524 Arten präsentiert werden. Wenn viele fleißige Sammler suchen, so kommen auch viele Arten zusammen, aber so einfach war das gar nicht – trotz relativ günstiger vorhergehender Witterung war das Pilzaufkommen im Herbst 2025 allgemein unerwartet verhalten.

Der Ausstellungsraum war stets gut mit Besuchern gefüllt, so dass man subjektiv mehr als 900 Personen zählen würde. Das liegt an dem interessierten Publikum, das sich jeweils lange hier aufhielt.

Ohne Zweifel erfordert die Landespilzausstellung einen hohen Einsatz an Zeit und Mühe. Aber dennoch, wer hier bei dieser nahezu perfekten Ausstellung mitgewirkt hat und die Gemeinschaft an den Abenden in der Jugendherberge erleben durfte, wird den gezeigten Einsatz nicht bereuen.

Ein Dankeschön auch für die Unterstützung durch die Thüringer Ehrenamtsstiftung.

Text: Jochen Girwert
Artenlisten: Andrea Thomae
Bilder: Rico Zimmermann und Frank Langguth